Lesezeit:

Urlaubsgeld Anspruch: Was sagen Umfragen zur aktuellen Lage?

Gerade nach einem relativ schwierigen Start in das Jahr 2020 freuen sich viele auf den Urlaub. Ebenfalls wünschen sich viele einen Anspruch auf Urlaubsgeld, um damit die eigene Reisekasse etwas aufzubessern. Doch wie sieht es eigentlich mit diesem Anspruch aus und wer profitiert in Deutschland davon?

Laut einer Online-Befragung des Portals Lohnspiegel, welches von der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird, bekommen 44 Prozent aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft in Deutschland Urlaubsgeld. Es handelt sich dabei um eine kontinuierliche Umfrage, an der bereits mehr als 53.000 Beschäftigte teilgenommen haben. Laut der Umfrage sieht es in Beschäftigungsverhältnissen mit Tarifvertrag deutlich besser aus: Hier haben 71 Prozent einen Anspruch auf Urlaubsgeld. In Unternehmen ohne Tarifvertrag sind es nur 34 Prozent.

 

Kurze Definition: Was ist Urlaubsgeld?

Als Urlaubsgeld bezeichnet man ein zusätzliches Entgelt, das der Arbeitgeber an seinen Arbeitnehmer zahlt. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Leistung und sie ist nicht im Arbeitsrecht verankert. Die Auszahlung kann etwa zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt oder zum vereinbarten Urlaub erfolgen.

Da das Urlaubsgeld nicht gesetzlich festgelegt ist, gibt es keinen gesetzlichen Anspruch. Existiert jedoch eine Passage im Tarifvertrag oder im Arbeitsvertrag, gilt die Auszahlung als bindend. Ebenfalls gibt es die sogenannte betriebliche Übung: Kommt es in einem Zeitraum von drei aufeinanderfolgenden Jahren zu einer regelmäßigen, vorbehaltlosen und wiederholten Auszahlung von Urlaubsgeld, können Arbeitnehmer weiterhin darauf vertrauen, das dies auch in Zukunft geschehen wird. Wenn Arbeitgeber die Entstehung der betrieblichen Übung verhindern möchte, muss vorher ein Freiwilligkeitsvorbehalt im Arbeitsvertrag vermerkt werden. Außerdem sollte man die Sonderzahlung nicht mit dem Urlaubsentgelt verwechseln: Dies bezeichnet die Lohnfortzahlung, die während des Urlaubs vom Arbeitgeber geleistet wird.

 

Bei Anspruch auf Urlaubsgeld gibt es verschiedene Möglichkeiten der Auszahlung.© GFOS mbH

 

Urlaubsgeld und Corona

Das Jahr 2020 hat branchenübergreifend zu hohen wirtschaftlichen Einbußen geführt. Daher ist die Hoffnung auf ein Urlaubsgeld für Arbeitnehmer derzeit sehr hoch. Besonders jene, die momentan in Kurzarbeit sind, müssen sich mit starken Einkommenseinbußen arrangieren. Wenn Beschäftigte in einem Tarifvertrag arbeiten, kann diese Sonderzahlung nicht einfach gestrichen werden – der Anspruch bleibt bestehen. Viele Arbeitgeber berechnen das Urlaubsgeld anteilig auf das Monatsgehalt, um die Fachkräfte während der Kurzarbeit finanziell zu entlasten.

 

Höhe, Steuern & Co.: Informationen zur Berechnung

Da der Anspruch auf Urlaubsgeld nicht gesetzlich geregelt ist, gibt es auch keine Vorgaben zu Höhe. Die Tarifverträge haben branchenabhängig viele Unterschiede, die zusätzlich noch auf Bundeslandebene variieren. Man kann also keine allgemeingültige Aussage zu der Höhe machen.

Jegliche Sonderzahlungen müssen ebenfalls steuerlich berücksichtigt werden – die Steuern berechnen sich nach einer gesonderten Formel. Hierfür errechnet man die Lohnsteuer einmal mit und einmal ohne die Sonderzahlung – die dabei entstehende Differenz gilt als Abführung der einmaligen Sonderzahlung. Allerdings gilt eine andere Regelung, wenn das Urlaubsgeld nicht in einer Summe ausgezahlt wird. Wird es etwa zusammen mit dem Gehalt über das Jahr verteilt ausgezahlt, so muss es mit dem Gehalt zusammen versteuert werden.

Testen Sie den gfos.SmartTimeManager jetzt kostenlos 

 

Fazit: Größte Chance auf Urlaubsgeld Anspruch bestehen innerhalb von Tarifbeschäftigungen

Wie die Umfrage des von der Hans-Böckler-Stiftung betreuten Online-Portals gezeigt hat, bestehen die größten Chancen auf einen Anspruch, wenn sich die Arbeitnehmer innerhalb einer tarifvertraglichen Beschäftigung befinden. Ebenfalls kam heraus, dass die Größe des Betriebs sich auf die Chance auswirkt: Laut der Umfrage erhalten nur 34 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit unter 100 Mitarbeitern ein Urlaubsgeld.

  

Nach dem Urlaubsgeld ist vor der Urlaubsplanung

Wenn Unternehmen die für sich passende Regelung zu dieser speziellen Sonderzahlung gefunden haben, geht es an die richtige Lösung zur Urlaubsplanung. Viele Betriebe, insbesondere kleine Unternehmen, nutzen noch immer eine Urlaubsplaner Vorlage, die etwa auf einer Excel-Tabelle oder einem PDF-Dokument beruht. Dies ist für eine geringe Anzahl an Beschäftigten noch übersichtlich. Ab einer bestimmten Betriebsgröße können Planungsverantwortliche jedoch schnell den Überblick verlieren. Hier hilft etwa eine Urlaubsplaner App oder ein digitales Antragswesen bei der Planung Abwesenheiten der Mitarbeiter. Lösungen zur digitalen Urlaubsplanung gibt es bereits für kleine und mittelständische Unternehmen. Innerhalb von größeren Workforce Management Lösungen ist meistens eine Abwesenheitserfassung integriert. Diese werden insbesondere in größeren Unternehmen eingesetzt und sind dann an die Zeitkonten der Mitarbeiter gekoppelt.

 

 

Urlaubsplaner kostenlos anfordern

 

Haben Sie bereits über die Digitalisierung des Antragswesens rund um den Urlaub Ihrer Mitarbeiter nachgedacht? Informieren Sie sich hier über unsere Lösung für kleine und mittelständische Unternehmen oder fordern Sie Informationen zu unserer modularen Workforce Management Lösung mit integriertem Employee Self-Service für größere Unternehmen an. Wir sind gerne für Sie da.

  

gfos.Workforce

Schlagwörter
Human Resources HR Workforce Management Software Urlaubsplanung

Wollen Sie eine kostenfreie und unverbindliche Beratung?

Die IT-Experten der GFOS stehen Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

nehmen-sie-kontakt-auf