Überfüllte Städte gehören bald vielleicht der Vergangenheit an.
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Strukturwandel durch Digitalisierung: neue Entwicklungen durch Homeoffice & Co.?

Leere Innenstädte, Homeoffice und leerstehende Bürogebäude: Die Corona-Pandemie hat einen Strukturwandel angestoßen, bei dem auch die Digitalisierung eine wichtige Rolle spielt. Doch welche Faktoren haben diesen Wandel angetrieben?

Verschiedene Umfragen und Forschungsergebnisse erlauben Prognosen darüber, was wir in Zukunft erwarten können. Eine Bitkom Umfrage hat offengelegt, dass jeder Fünfte durch Tätigkeiten im Homeoffice über einen Wohnortswechsel nachdenkt. Daran ist die Digitalisierung nicht ganz unbeteiligt: Denn Remote Work ermöglicht, dass die (digitale) Arbeit auch woanders als am Unternehmensstandort ausgeführt werden kann – mitunter sogar als Workation, also an einem Urlaubsort. Dadurch werden Straßen durch ausbleibende Pendler dauerhaft entlastet und der Wohnort kann sich wieder von überfüllten Großstädten distanzieren. Laut der Umfrage ist der Wunsch nach einem Wohnortswechsel bei den 16- bis 24-Jährigen sogar noch größer: In dieser Altersgruppe denken 35 Prozent darüber nach. Einer der häufigsten Gründe ist die Verbesserung der Wohnsituation.

 

Strukturwandel kurz definiert

Unter dem Begriff Strukturwandel versteht man eine Veränderung verschiedener Faktoren, die die Wirtschaftsstruktur betreffen. Dazu gehören etwa regionale Veränderungen, branchenspezifische oder infrastrukturelle Veränderungen, aber auch einen Wandel bei den Fähigkeiten und Kompetenzen. Diese Veränderungen sind von dauerhafter Natur und nicht konjunkturell oder saisonal bedingt.

 

Wie Digitalisierung den Strukturwandel begünstigt

Ein Hauptfaktor für den strukturellen Wandel ist Homeoffice: Das dezentrale Arbeiten erlaubt den Fachkräften, den Wohnort zu wechseln. Wer bisher in einer kleinen und völlig überteuerten Wohnung in einem Ballungsraum wohnt, denkt nun vielleicht darüber nach, den Wohnort aufs Land zu verlegen und somit in einer weniger dicht besiedelten, dafür aber günstigeren und besseren Gegend zu wohnen. Die Arbeitnehmer sind weniger stark auf die räumliche Nähe zum Arbeitgeber angewiesen.

 

Die Arbeit im Homeoffice begünstigt den strukturellen Wandel.© Pexels.com

 

Arbeitszeitflexibilisierung begünstigt strukturelle Veränderungen

Mit dem dezentralen Arbeiten kamen auch das flexiblere Arbeiten und somit andere Arbeitsmodelle. Der klassische 9-to-5-Job wird zurzeit beispielsweise vom 3-2-2-Modell abgelöst, bei dem nur ein Teil der Arbeit im Unternehmen vor Ort erledigt wird. Durch hybride Arbeitsmodelle oder gar komplette Remote Work Situationen können Arbeits- und Privatleben neu ausbalanciert werden: Kinderbetreuung, Homeschooling und Co. sind Bestandteile des Alltags, die sich im Homeoffice nicht ausblenden lassen. Somit arbeiten Fachkräfte nun nicht mehr in zusammenhängenden großen Stücken, sondern eher in kleinen Blöcken.

Anpassungen des Arbeitszeitgesetzes, die diese flexible Einteilung auch gesetzlich festschreiben, sind daher zu erwarten. Eine Gesetzesanpassung wird durch das EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung für 2021 anvisiert. Die im Mai 2019 beschlossene Pflicht zur Arbeitszeiterfassung ist bis dato noch nicht im Gesetzestext verankert. Mit einer systematischen Zeiterfassung werden zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten gleichzeitig unterstützt: Denn bei aller Flexibilität muss eine objektive, verlässliche und zugängliche Lösung zur Zeiterfassung für die Belegschaft bereitgestellt werden, um den Überblick über An- und Abwesenheiten zu behalten.

 

Digitalisierung als Entlastung der Infrastruktur

Eine weitere Bitkom Umfrage bestätigt, dass Berufstätige sich eine stärkere Nutzung von Homeoffice-Angeboten wünschen: Drei Viertel der Befragten geben an, dass diese Lösung stärker angewendet werden sollte. 85 Prozent sehen darin sogar Potenziale für positive Effekte für die Verkehrsnetze und die Klimapolitik. Denn weniger Pendler bedeuten ebenfalls ausbleibende Emissionen. So ist durch die Digitalisierung auch ein Strukturwandel auf infrastruktureller Ebene möglich. Ebenfalls könnten Innenstädte zukünftig nicht mehr nur durch Geschäfte oder Bürogebäude geprägt sein, sondern mehr Angebote für Wohnen und Freizeit offerieren.

In diesen Rahmen passt auch die Zukunftsidee der 15-Minuten-Stadt: Um weniger Emissionen durch Autos und öffentliche Verkehrsmittel zu generieren, sollen alle wichtigen Geschäfte, Restaurants, Schulen, Freizeiteinrichtungen und Dienstleistungen innerhalb von 15 Minuten für die Bewohner erreichbar sein. So könnte das Arbeiten begünstigt durch den strukturellen Wandel in Zukunft nicht mehr nur an einem großen Unternehmensstandort stattfinden, sondern an verschiedenen Coworking-Spaces und in den eigenen vier Wänden.

 

Strukturwandel in der Industrie

Nicht jeder Job ist tauglich für dezentrales Arbeiten. Viele Berufe finden nach wie vor am Unternehmensstandort statt – die Arbeit lässt sich nicht mit nach Hause nehmen. Um hier mehr Flexibilität für die Belegschaft zur ermöglichen, sind durchdachte Lösungen zur Personaleinsatzplanung und -bedarfsermittlung notwendig. Denn nur so lassen sich Werkshallen entzerren und die Wünsche der Fachkräfte bestmöglich berücksichtigen. Auch digitale Produktionssteuerung kann hier Vorteile bringen: Denn Maschinen müssen nicht mehr ausschließlich vor Ort gesteuert, sondern können durch Industrie-4.0-Ansätze auch remote durch die Spezialisten bedient werden.

In diesem Zusammenhang spricht man von einem funktionalen Strukturwandel für die Industrie: Beschäftigte arbeiten weniger in produktionsnahen Diensten und eher in den Bereichen Forschung und Entwicklung. Ansprüche und Qualifikationen für die Ausführung der Arbeit müssen dafür jedoch etwa durch Konzepte für lebenslanges Lernen ausgebaut werden. Denn für eine Produktionssteuerung in Echtzeit sind mitunter technologische Fertigkeiten erforderlich, die Fachkräfte bis dato noch nicht besitzen.

 

Lassen Sie sich nicht durch den digitalen Strukturwandel abhängen

Der strukturelle Wandel wird begünstigt von vielen Entwicklungen rund um die Digitalisierung. Wenn Sie mehr über die Optionen erfahren wollen, wie Workforce Management Software flexible, orts- und zeitunabhängige Arbeits(zeit)modelle ermöglicht, lassen Sie sich gerne von unseren Experten beraten.

 

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Schlagwörter
Zeiterfassungssystem Digitale Infrastruktur Flexible Arbeitszeiten Arbeitszeitflexibilisierung Strukturwandel

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