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Rückkehr aus dem Heimbüro: Ist das schon Reboarding?

Nachdem über die letzten Monate viele Arbeitnehmer aus dem Heimbüro „Remote Work“ betrieben haben, kehren nun wieder viele ins Büro zurück. Wie kann man diesen etwas anderen Reboarding-Prozess so angenehm wie möglich gestalten?

 

Eine LinkedIn-Umfrage hat ergeben, dass fast ein Drittel der Beschäftigten in großen Unternehmen wieder an den Arbeitsplatz im Unternehmen zurückkehren wollen. Diese Umfrage der Karriereplattform richtete sich an über 1600 Mitglieder des Netzwerks. Beschäftigte in größeren Firmen sind laut der Umfrage eher daran interessiert, wieder an den üblichen Arbeitsplatz zurückzukehren, sobald das wieder erlaubt ist. Arbeitnehmer aus kleineren Betrieben dagegen sehen einen geringeren Bedarf, wieder aus dem Homeoffice ins Unternehmen zurückzukehren – das kann allerdings daran liegen, dass diese während des Shutdowns doppelt so häufig an ihren üblichen Arbeitsplätzen verweilten.

 

Die Wünsche der Mitarbeiter im Fokus

Ausschlaggebend für das persönliche Empfinden im Heimbüro ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Situation zu Hause – die heimische Wohnung ist für viele ein Rückzugsort und sollte mit der Arbeit nichts zu tun haben. Andere wiederum fühlen sich zu Hause produktiver, da sie sich dort wohler fühlen. Hier spielen also das eigene Empfinden und die Lebenssituation eine erhebliche Rolle. Dies sollten Arbeitgeber berücksichtigen und somit eine geeignete Lösung finden, mit der sich alle Arbeitnehmer arrangieren können. Eine Workforce Management Software kann hier bei der Organisation helfen, indem z. B. An- und Abwesenheiten klar dargestellt werden. Wichtig ist zudem, dass Büros nicht zu voll sind, da Abstand weiterhin ein wichtiger Faktor zur Eindämmung des Coronavirus bleiben wird.

 

Was ist Reboarding?

Als Reboarding bezeichnet man den Wiedereinstieg in den Beruf. Dies ist üblicherweise nach einer langen Krankheit, einer Abwesenheit durch Elternzeit bzw. durch ein Sabbatical-Jahr der Fall. Ebenfalls kann die Rückkehr aus der Kurzarbeit Wiedereingliederungsmaßnahmen erforderlich machen, um im Unternehmen wieder Fuß zu fassen. Ziele sind sowohl eine rasche Produktivität als auch die Motivation und Bindung der Mitarbeiter.

Der Reboarding-Prozess durch Corona unterscheidet sich von dem üblichen Wiedereingliederungsprozess. Denn die Mitarbeiter im Heimbüro haben weiterhin gearbeitet. Dennoch hat sich eine neue Art des Arbeitens etabliert – die Kommunikation findet digital statt, Absprachen dauern aufgrund asynchroner Kommunikation mitunter länger, die Anfahrtszeiten zum Büro werden eingespart, wodurch mehr Freizeit zur Verfügung steht. Damit Mitarbeiter bei der Rückkehr aus dem Heimbüro wieder Zugang zum „normalen“ Arbeitsalltag finden, sollten Arbeitgeber einiges beachten.

 

Kommunikation bleibt Hauptaufgabe

Wie auch im Homeoffice wird es weiterhin wichtig sein, einen regelmäßigen Austausch zu ermöglichen. Denn nur so können die persönlichen Stimmungen der Mitarbeiter adäquat eingeschätzt werden. Durch das Homeoffice hat sich die Zusammenarbeit im Team verändert, einige Routinen wurden überarbeitet. Darüber hinaus kann es Ängste und Unklarheiten im Bezug auf das Ansteckungsrisiko geben. Führungskräfte müssen die Erwartungen ihres Teams ermitteln, um eine bestmögliche Motivation zu gewährleisten. Dies gilt sowohl für Remote Work im Heimbüro als auch vor Ort im Unternehmen.

Das sind die Reboarding Faktoren zur Rückkehr aus dem Homeoffice© GFOS mbH

 

Hygienekonzept erarbeiten

Sicherlich ist es bei jeder Unternehmensgröße sinnvoll, nur einen Teil der Mitarbeiter aus dem Homeoffice zurückzuholen. Ein Hygienekonzept beim Reboarding darf daher nicht fehlen. Behördliche Auflagen zum Arbeitsschutz müssen eingehalten und kommuniziert werden: Entzerren sie Großraumbüros, stellen sie Desinfektionsmittel und Masken zu Verfügung und halten sie den vorgeschriebenen Mindestabstand ein. Zusätzlich sollten sämtliche Oberflächen, wie Türklinken, Handläufe und andere Gegenstände, regelmäßig mit Desinfektionsmittel gereinigt werden. Achten Sie bei Pausenzeiten darauf, dass sich keine Gruppen in den Sozialräumen bilden und regulieren sie den Zutritt zu den Arbeitsplätzen, etwa mithilfe eines Berechtigungskonzepts innerhalb der Software für Zutrittskontrolle.

 

Wer kehrt zuerst aus dem Homeoffice zurück?

Diese Frage ist berechtigt und hat nichts damit zu tun, jemanden zu bevorzugen. Doch bietet sich die Rückkehr aus dem Heimbüro für viele Mitarbeiter eher an als für andere. Neue Kollegen beispielsweise kennen die Unternehmensräume mitunter noch gar nicht. Diese sowie die betreuenden Kollegen können zuerst an den Arbeitsplatz zurückkehren, um die Basis zwischen dem neuen und dem betreuenden Kollegen zu festigen und den Onboarding-Prozess somit zu unterstützen. Damit findet der neue Mitarbeiter schneller Zugang zum Unternehmen, was sich positiv auf die Motivation sowie die Mitarbeiterbindung auswirken kann. Mitarbeiter, die zu Hause Kinder oder Angehörige betreuen, sollten zuletzt aus dem Homeoffice wieder ins Unternehmen geholt werden. Versuchen Sie, alle Angestellten so gut es geht zu entlasten, um für jeden eine möglichst ausgewogene Work-Life-Balance zu ermöglichen.

 

Schichtarbeit oder Wechsel-Wochen

Die Umstellung auf dezentrales Arbeiten durch das Coronavirus hat verdeutlicht, dass Betriebe trotzdem produktiv bleiben können – auch wenn Mitarbeiter nicht an ihrem gewöhnlichen Arbeitsplatz arbeiten. In vielen Unternehmen stieg die Produktivität sogar. Im Heimbüro haben die Arbeitnehmer das Thema Remote Work von allen Facetten kennengelernt – einige mögen es, andere nicht. Daher sollten Sie Ihren Mitarbeitern auch weiterhin das Arbeiten aus dem Homeoffice ermöglichen. So kann dieses Instrument von jedem so genutzt werden, wie es bestmöglich umsetzbar ist. Ein Teil des Teams arbeitet zu Hause, der andere Teil im Büro. Bei Bedarf kann gewechselt werden oder man etabliert einen festen Wochenrhythmus – das muss jedes Unternehmen so handhaben, wie es am besten passt. Auch Schichtarbeit kann dabei helfen, nicht die ganze Belegschaft gleichzeitig im Betrieb zu haben. So vermeidet man Versammlungen und das Infektionsrisiko minimiert sich. Ebenfalls lassen sich Schichten voneinander trennen, sodass im Ernstfall oder beim Verdacht auf Corona eine Schicht unter Quarantäne gesetzt werden kann.

 

Reboarding mithilfe von Workforce Management

Ob im Homeoffice oder am Arbeitsplatz: Motivation, Produktivität und Mitarbeiterbindung spielen eine wichtige Rolle. Diese Faktoren lassen sich mithilfe von Workforce Management Software beeinflussen. Denn mit diversen Tools aus diesem Bereich können Mitarbeiterwünsche bestmöglich berücksichtigt werden, um eine ausgewogene Work-Life-Balance zu gestalten. Zeiterfassungssoftware hilft dabei, Abwesenheiten zu planen, Urlaube zu organisieren oder flexible Arbeitszeitmodelle zu implementieren. Mit einer Personaleinsatzplanung können Personalbedarfe ideal und effektiv eingesetzt werden – so hat man die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Employee Self-Services und weitere Teilbereiche des Workforce Managements unterstützen ideal beim Reboarding-Prozess – aus dem Heimbüro, nach der Elternzeit oder bei einem anderen Wiedereinstieg.

 

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Schlagwörter
Homeoffice Human Resources Workforce Management Software Remote Work Reboarding

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