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Modelle zur Arbeitszeitflexibilisierung: Diese Möglichkeiten gibt es

Noch vor nicht allzu langer Zeit war die Anwesenheit am Arbeitsplatz das, was als effektive Arbeit gesehen wurde. Doch Arbeitszeitflexibilisierung und Homeoffice führen jetzt immer mehr dazu, dass alte Strukturen aufgebrochen werden.

Nicht zuletzt hat die Corona-Krise dazu geführt, dass Arbeitswelten flexibler und mobiler wurden. Dieses Jahr kann als Zeit des Umbruchs gesehen werden. Denn digitales und flexibles Arbeiten ist plötzlich wichtiger, als je zuvor. Remote Work macht es möglich, dass Arbeit, Familie und Freizeit unter einen Hut gebracht werden können. Die Regeln und Anforderungen zur Bekämpfung des Corona-Virus haben hierfür nochmals einen Anstoß gegeben. Doch gibt es noch weitere Modelle zur Arbeitszeitflexibilisierung als das Homeoffice.

 

Welche Modelle zur Arbeitszeitflexibilisierung gibt es?

Es gibt viele Modelle, jedoch sind nicht alle davon für jeden Arbeitnehmer umsetzbar. Wichtig ist bei allen Modellen, dass die Regelungen aus dem Arbeitszeitgesetz eingehalten werden. Außerdem gilt eine Pflicht der Arbeitszeiterfassung, die durch das EuGH-Urteil zur Zeiterfassung im Mai 2019 konkretisiert wurde, jedoch noch keine spezifische Umsetzung gefunden hat.

Flexible Arbeitszeiten ermöglichen beispielsweise Homeoffice

© Pexels.com / Kostenfreie Nutzung gewährt

 

Vertrauensarbeitszeit

Bei diesem Modell geht es um die termintreue Erledigung sämtlicher Aufgaben. Solange dies geschieht, kann der Arbeitnehmer nach Belieben kommen und gehen oder auch im Homeoffice arbeiten. Der Arbeitgeber verzichtet also auf die Kontrolle der Arbeitszeiten. So sollen Selbstständigkeit und Eigenverantwortung im Unternehmen gefördert werden. Ruhephasen und -pausen müssen selbstverständlich dennoch eingehalten werden. Mit dem EuGH-Urteil zur Zeiterfassung könnte die Vertrauensarbeitszeit jedoch bald der Vergangenheit angehören, da mit einer Pflicht sämtliche Arbeitsstunden dokumentiert werden müssen.

 

Jahresarbeitszeit

Bei der Jahresarbeitszeit wird die zu erbringende Arbeitszeit auf das gesamte Jahr gerechnet. Die Stunden können Mitarbeiter über das gesamte Jahr verteilt flexibel erbringen. Dieses Modell zur Arbeitszeitflexibilisierung eignet sich besonders für Branchen mit saisonaler Schwankung – so kann etwa im Winter mehr und im Sommer weniger gearbeitet werden, sodass man am Jahresende auf das zu erbringende Soll kommt. Für eine 40-Stunden-Woche würden sich beispielsweise 1680 Stunden für das gesamte Jahr ergeben. Feiertage führen dazu, dass man das Modell jedes Jahr neu berechnen muss. Regelmäßige Schwankungen lassen sich so gut ausgleichen, bei ungeplanten Schwankungen können dennoch Überstunden nötig werden.

 

Funktionszeit

Die Funktionszeit kann als eine Art Gleitzeit gesehen werden. Sie sieht jedoch keine Kernarbeitszeit vor, sodass eine größere Flexibilität entsteht. Man setzt auf die Funktionsfähigkeit des jeweiligen Arbeitsbereichs des Mitarbeiters – die Arbeitsaufgabe steht demnach im Fokus. Wichtig ist daher, dass sich verschiedene Personen gegenseitig vertreten können. Im Team können die Zeiten dann frei verteilt werden, solange sich alle an die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes, der Tarifverträge etc. halten.

 

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Lebensarbeitszeit

Die Lebensarbeitszeit ist ein beliebtes Modell, um etwa auf ein Sabbatical hinzuarbeiten. Überstunden werden langfristig auf einem Zeitkonto gespeichert, sodass die Mitarbeiter die Möglichkeit haben, diese hinterher in größeren Blöcken „abzufeiern“. Die Rahmenbedingungen dafür müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber schriftlich festhalten. Während der später geplanten Freistellungsphase bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen und der Arbeitnehmer bekommt weiterhin ein Entgelt, das durch das aufgebaute Wertguthaben geleistet wird. Die ersparten Überstunden sind somit als Geld zu bewerten.

 

Job-Sharing

Ein weiteres Modell zur Arbeitszeitflexibilisierung ist Job-Sharing. Hier teilen sich zwei oder mehr Arbeitskräfte eine Stelle, die dann in Teilzeitarbeit erbracht wird. Dieses Modell eignet sich daher insbesondere für Teilzeitkräfte. Die Arbeitskräfte können ihre Arbeitszeiten dabei flexibel aufteilen. Dadurch entsteht ein Planungs- und Organisationsaufwand, der akribisch eingehalten werden muss, um zur Funktionalität des Modells beizutragen.

 

Remote Work

Auch Remote Work kann als Arbeitszeitflexibilisierung verstanden werden. Hier erledigen Arbeitnehmer etwa einen Anteil der Arbeit am Arbeitsplatz und den Rest anteilig zu Hause bzw. unterwegs – etwa auf einer Zugreise oder im Flugzeug. Ergo arbeiten die Mitarbeiter zeit – und ortsunabhängig und nicht ausschließlich am Unternehmensstandort. Dies ist eine beliebte Möglichkeit, um eine ausgewogene Work-Life-Balance herzustellen, und ist besonders für Pendler oder Beschäftigte mit Pflegeaufgaben ein attraktives Modell.

 

Sicher die Arbeitszeitflexibilisierung dokumentieren

Um dieser Flexibilität die nötige Transparenz zu geben, lohnt sich eine digitale Arbeitszeiterfassung. Ob im Büro, in der Produktion, im Homeoffice oder im Handel: Jede Branche hat verschiedene Arbeitszeitmodelle oder sogar Schichtmodelle. Um hier eine optimale Planbarkeit und Funktionalität des Unternehmens abzusichern, müssen mitunter zuverlässige Dienst- oder Schichtpläne aufgestellt werden. Nur so kann man sichergehen, dass die Fachkraft zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Eine digitale Arbeitszeiterfassung kann hier zu mehr Übersichtlichkeit führen – sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Denn so erhält jeder einen Überblick über erbrachte oder angesparte Stunden, über Monatszeitkonten oder Lebensarbeitszeitkonten. An- und Abwesenheiten sind sicher dokumentiert, sodass diese bei der Personalplanung berücksichtigt werden können.

Zeiterfassungssoftware gibt es sowohl für größere als auch für kleine und mittelständische Unternehmen. Das EuGH-Urteil hat die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung bereits festgelegt. Momentan liegt es noch an den europäischen Mitgliedsstaaten, diese in die Tat umzusetzen. Was feststeht ist, dass die Methode systematisch und einheitlich sein muss. Haben Sie bereits über die Einführung einer Zeiterfassungssoftware zur Arbeitszeitflexibilisierung nachgedacht? Dann machen Sie jetzt einen Termin mit unseren IT-Experten aus und lassen Sie sich unverbindlich beraten.

 

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Schlagwörter
Digitale Zeiterfassung Human Resources Flexible Arbeitszeiten Workforce Management Software Arbeitszeitflexibilisierung

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