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Gig Economy – ist das die Zukunft der Arbeit?

Gig Economy ist ein Buzzword, welches in den letzten Jahren immer häufiger fällt. Doch was versteht man darunter eigentlich und wie können faire Arbeitsbedingungen innerhalb dieses Konzepts nachgehalten werden?

Der Traum vieler Arbeitnehmer ist es, selbstbestimmt von jedem beliebigen Ort aus zu arbeiten – ganz nach dem eigenen Rhythmus oder der persönlichen „inneren Uhr“. Mit Gig Working kann man diesem Traum einen Schritt näherkommen. Im Zeitalter der neuen Normalität hat sich jedoch gezeigt, dass das klassische Angestelltenverhältnis viele Vorteile bieten kann, etwa durch Kurzarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung. Hier steht vor allem die von vielen gewünschte Sicherheit im Fokus. Gig Working ist dennoch eine Entwicklung, die innerhalb der letzten Jahre an Fahrt aufgenommen hat.

 

Was versteht man unter Gig Economy?

Mit dem Begriff Gig Economy wird eine Vermittlung von Arbeitsleistungen bezeichnet, die größtenteils über digitale Plattformen stattfindet. Die Aufträge werden dabei an Selbstständige, Freelancer oder geringfügig Beschäftigte vergeben. Der Begriff setzt sich aus dem Englischen Begriffen für „Auftritt“ und „Wirtschaft“ zusammen, da die kurzfristige Beschäftigungsart den sogenannten „Gigs“, also Auftritten von Künstlern, ähnelt.

Bei diesem Konzept unterscheidet man zwischen sogenannten On-Demand-Plattformen, bei denen die Leistung relativ umgehend erbracht wird (z. B. Uber, Deliveroo oder Lieferando) und sogenannten Crowdworking-Plattformen (z. B. MyHammer oder Upwork). Bei letzterem benötigt die Ausführung der Tätigkeit eine gewisse Zeit. Darunter fallen etwa Handwerkerleistungen, Webdesign, Übersetzungsleistungen oder ähnliches.

 

Die Plattformarbeit ist sehr vielfältig.© Unsplash.com

Was macht ein typischer Gig Worker?

Die Liste der Tätigkeiten ist mittlerweile fast unendlich lang. Der am wenigsten bekannte Begriff ist wahrscheinlich der „Juicer“. Diese Arbeitskräfte arbeiten als Selbstständige für Verleiher von E-Scooter-Firmen. Sie haben den Auftrag, die Roller wieder einzusammeln und aufzuladen. Neben dieser relativ unbekannten Arbeitsform gibt es jedoch viele weitere Bereiche, in denen Gig Worker tätig sind. Laut der Studie „Plattformarbeit in Deutschland“ der Bertelsmann Stiftung gehören Vermietung, Lieferservice und Produkttests zu den drei häufigsten Arbeitsformen der Gig Worker. Aber auch redaktionelle Arbeit, Webdesign, Personenbeförderung oder Reinigungsarbeiten fallen unter die zehn häufigsten Tätigkeiten. Nachdem nun jedoch der EuGH für eine Genehmigungspflicht für Kurzzeitvermietungen über Airbnb entschied, könnte dies weitreichende Folgen für diesen Markt haben, sodass bald vielleicht eine andere Tätigkeit den ersten Platz einnimmt.

 

Flexible Arbeitszeiten als Grundvoraussetzung

Laut der Studie der Bertelsmann Stiftung sind 68 Prozent der Plattformarbeiter immer an neuesten Trends im digitalen Umfeld interessiert. Noch interessanter ist jedoch, dass 79 Prozent flexible Arbeitszeiten als einen zentralen Punkt einer modernen Arbeitsumgebung einstufen. Genau das ist der Vorteil an der Gig Economy – das selbstbestimmte Arbeiten lässt sich ideal zur gewünschten Zeit ausführen. 70 Prozent stufen die Digitalisierung als Chance für berufliche Flexibilität und einer gesteigerten Work-Life-Balance ein. Allerdings sind nur 59 Prozent der Gig Worker mit ihren Anbietern zufrieden. Hier gibt es also Raum für Verbesserung. Ein häufiger Grund, warum Plattformarbeiter unzufrieden mit dem Anbieter sind, ist der unbezahlte zusätzliche Arbeitsaufwand. Hier sollte es ein Richtmaß für die Anbieter sein, eine systematische Zeiterfassung für die Arbeitskräfte anzubieten. Diese sollte zudem minutengenau erfolgen. Nur so kann eine faire Abrechnung gewährleistet werden. Viele der Plattformen rüsten momentan mit eigenen Zeiterfassungstools nach. Ist das nicht der Fall, hat sich Software für mobile Arbeitszeiterfassung als hilfreich erwiesen.

 

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Zukunftskonzepte für faire Arbeitsplatzgestaltung

Neben einer minutengenauen Zeiterfassung bzw. einem detaillierten Tool für Projektzeiterfassung sollten jedoch noch weitere Voraussetzungen bestehen. Viele Plattformarbeiter sehen sich nicht hinreichend sozial abgesichert. Dieser Kritikpunkt ist schon länger bekannt. Deshalb haben Europaabgeordnete im April 2019 eine Richtlinie für Mindestrechte bei Anstellung auf Abruf in die Wege geleitet, um Arbeitnehmerrechte zu stärken. Die Richtlinie soll bessere Vorhersehbarkeit für die Arbeitenden gewährleisten, damit ein gewisses Maß an Vorhersehbarkeit besteht.

Änderungen in Richtung soziale Absicherungen sind damit jedoch noch nicht angedacht. Hier müssen Optimierungen an der Einordnung der Arbeit vorgenommen werden: Momentan ist der Übergang zwischen (Solo-) Selbständigen und Angestellten in diesem Hinblick eher fließend – die Plattformen gelten dann nur als Vermittler von Aufträgen und nicht als der ‚vorübergehende Arbeitgeber‘. Somit gibt es noch keine Bestimmungen zum sozialrechtlichen Status der Gig Worker. Eine Untersuchung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zeigt auf, dass verschiedene Gesetzesanpassungen in Deutschland erforderlich seien. Man könne Gig Worker etwa im Heimarbeitsgesetz aufnehmen oder Soloselbstständige in Sozialversicherungssysteme integrieren. Ob sich in dieser Hinsicht zukünftig etwas ändert, bleibt abzuwarten.

 

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Schlagwörter
Mobile Zeiterfassung Workforce Management Software Arbeitszeitflexibilisierung Gig Economy

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