Frau gestresst bei der Arbeit
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Digitalen Stress vermeiden: Potenziale der Digitalisierung richtig nutzen

Durch die Digitalisierung sind wir ohne große Herausforderungen ganztägig erreichbar: Das Smartphone macht es möglich. Dadurch und aufgrund anderer eingesetzter Technologien kann jedoch digitaler Stress entstehen. Verschiedene Studien zeigen bereits, welche Auswirkungen das auf Individuen haben kann – gerade im Arbeitsumfeld sollten Unternehmen darauf achten, die digitalen Stressfaktoren zu reduzieren.

Und ständig klingelt das Telefon: Das kann nicht nur störend sein, sondern Stress verursachen. Instant Messaging über verschiedene Chatprogramme – auf der Arbeit und privat – hat die gleichen Auswirkungen. Ebenso können E-Mails auf die gleiche Weise stressverursachend wirken. Denn bei all diesen Faktoren handelt es sich um Informationsquellen, die täglich auf uns einwirken und oftmals den Eindruck vermitteln, dass eine sofortige Antwort erforderlich ist.

 

Was ist digitaler Stress?

Digitaler Stress wird durch Belastungsfaktoren, die durch die Digitalisierung bzw. die digitale Arbeit entstehen, definiert. Diese Stressfaktoren sind sowohl im Privatleben als auch in der Arbeitswelt zu finden und bestimmen daher unseren Alltag. Sie können beispielsweise durch eine Fehleinschätzung der Anforderungen oder mangelnde Hilfestellung durch Unternehmen wachsen.

 

Stress durch Digitalisierung: Studien zeigen klare Ergebnisse

Die anhaltenden Digitalisierungstrends, nicht zuletzt ausgelöst durch die Coronapandemie, führen dazu, dass sich immer mehr Studien mit digitalem Stress auseinandersetzen. Denn durch Homeoffice und Co. sind weitere Aspekte der digitalen Transformation ein ständiger Begleiter unseres Alltags geworden – die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen immer mehr.

 

Digitaler Stress vor der Coronapandemie

Die Studie „Digitaler Stress“ der FH Oberösterreich basiert auf einer Online-Befragung von 3.333 Menschen aus dem DACH-Raum, die im November und Dezember 2019 durchgeführt wurde. Dabei kam heraus, dass sowohl eine gestörte Work-Life-Balance als auch sozialer Druck zur (virtuellen) Kommunikation starke Stressverursacher sind. Folgen sind etwa emotionale Erschöpfung, Anfälligkeit für depressive Symptome oder reduzierte Arbeitszufriedenheit. Auch mangelnder Support, etwa durch den Arbeitgebenden bei der Bereitstellung der Software oder der Systeme, kann laut den Ergebnissen digitalen Stress verursachen. Diese Schlüsse zeigen umso deutlicher, wie wichtig es für Unternehmen ist, Mitarbeitende im Umgang mit IT-Systemen ausreichend und regelmäßig zu schulen. Dafür können Konzepte zum lebenslangen Lernen im Unternehmen etabliert werden. Außerdem kann es hilfreich sein, sich bei der Einführung einer Cloud-Software an vorher definierte Konzepte zu halten. Dabei spielt auch der Inhouse-IT-Support eine wichtige Rolle: So können Mitarbeitende sich auf eine zuverlässige Problemlösung verlassen.

 

Stress durch Digitalisierung ist unbedingt zu vermeidenKreative Pausen und ein gutes Zeitmanagement können gegen digitalen Stress helfen, Bild © Pexels.com

 

Änderungen durch den Digitalisierungsschub der Pandemie?

Die Studie „Gesund digital arbeiten?!“ des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „PräDiTec“ hat ebenfalls vor der Pandemie Belastungsfaktoren der digitalisierten Arbeitswelt festgelegt, indem über 5000 Beschäftigte befragt wurden. Inmitten von Lockdowns und Homeoffice wurden diese Faktoren in einer weiteren Online-Befragung von 1000 Beschäftigten neu evaluiert. Einige der untersuchten Belastungsfaktoren waren etwa:

  • Leistungsüberwachung: Die Erfassung von Leistungsdaten mittels Software oder anderer technischer Möglichkeiten löst ein Gefühl der Überwachung aus.
  • Unterbrechungen: Häufige Benachrichtigungen, etwa durch E-Mails oder Chats, führen dazu, dass Konzentrationsphasen gestört werden.
  • Mangelnde Erfolgserlebnisse: Erledigte Aufgaben können mitunter schlechter nachverfolgt werden, wodurch das Gefühl eines mangelnden Arbeitsfortschritts entsteht.
  • Omni- und Dauerpräsenz: Dieser Stressfaktor entsteht durch die ständige Erreichbarkeit und die damit einhergehende kürzere Reaktionszeit, wodurch gleichzeitig die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben missachtet werden.

 

Insgesamt hat die PräDiTec Studie zwölf Faktoren festgelegt, die digitalen Stress auslösen. Durch die Coronapandemie sind einige dieser Stressoren stärker in den Fokus gerückt. Im Homeoffice verschwimmen Arbeits- und Privatleben stärker miteinander. Daher stellten die Befragten eine Verlängerung der Arbeitszeiten fest, da es teilweise länger dauert, die Aufgaben auszuführen. Mangelnde Erfolgserlebnisse oder die gefragte Omnipräsenz wurden ebenfalls stärker wahrgenommen. Unsicherheiten im Umgang mit IT-Lösungen sind dagegen zurückgegangen.

 

Workforce Management als Mittel gegen digitalen Stress

Die digitale Transformation bringt viel Potenzial zum flexiblen und mobilen Arbeiten mit sich. Doch die Ergebnisse der Studien machen deutlich, dass auf diese Weise Stress durch Digitalisierung entstehen kann. Es liegt also an den Unternehmen, diese Stressoren für die Mitarbeitenden gering zu halten, eingesetzte Software ausreichend zu schulen und die Vorteile der Technologien besser auszunutzen. Dafür eignen sich einige Bereiche aus dem Workforce Management besonders.

  • Arbeits- und Projektzeiterfassung: Mithilfe dieser Lösung können Leistungen sichtbar gemacht werden. Dadurch lässt sich dem mangelnden Erfolgserlebnis vorbeugen. Wichtig ist jedoch, klar zu kommunizieren, dass diese Erfassungsmöglichkeiten nicht zur Leistungsüberwachung dienen. Sie sollten als Schutzmaßnahme für die Beschäftigten und als Zeitmanagementmethode genutzt werden. Auf diese Weise können auch klarere Grenzen in der Work-Life-Balance definiert werden.
  • Personaleinsatzplanung: Gerade für Beschäftigte aus dem Blue-Collar-Bereich ist hier das Mitspracherecht von zentraler Bedeutung – etwa über Wunschbücher oder Schicht-Doodles. Denn so können Freiräume für das Privatleben geschaffen werden. In arbeitsfreien Phasen können Beschäftigte dann auch bewusst auf das Kontrollieren von Arbeitsemails etc. verzichten.
  • Seminar- und Qualifikationsmanagement: Es ist von zentraler Bedeutung, dass verschiedene digitale Grundfähigkeiten vom Arbeitgebenden vermittelt werden, damit das Know-how für die eingesetzten Technologien besteht. Ein Konzept für berufsbegleitendes Lernen aber auch interne Schulungen sollten deshalb zum Arbeitsalltag gehören. Mithilfe einer Seminarplanungssoftware können Schulungen praktisch geplant und die Skills anschließend auf Personalebene verbucht werden.
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen sowie Auswertungen von Krankheitstagen können dabei helfen, Stressfaktoren in der Belegschaft schneller festzustellen. Infolgedessen lassen sich Optimierungsmaßnahmen für das Arbeitsklima im Betrieb aufstellen, um die Mitarbeitenden besser zu schützen.

 

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Neben den oben angesprochenen Facetten des Workforce Managements, die zur Vermeidung von digitalem Stress eingesetzt werden können, bietet eine HR-Software noch viele weitere Möglichkeiten. Lassen Sie sich zu nachhaltigen Digitalisierungsoptionen in Ihrem Unternehmen beraten und vereinbaren Sie noch heute ein unverbindliches Gespräch mit unseren Experten.

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Schlagwörter
Zeiterfassung Workforce Management Software Remote Work digitaler stress

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