Die Candidate Journey sollte gut abgedeckt werden, wenn Sie wichtige Fachkräfte für sich gewinnen möchten.
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Candidate Journey: Wie Sie Bewerber*innen von sich überzeugen können

Das Recruiting qualifizierter Fachkräfte stellt Personalverantwortliche regelmäßig vor neue Herausforderungen – denn der Arbeitsmarkt befindet sich im Umbruch. Schon jetzt spricht man in vielen Bereichen von einem arbeitnehmergetriebenen Markt: Jobangebote werden immer häufiger auch abgelehnt. Um vorzeitige Bewerbungsabbrüche zu vermeiden, rückt die Candidate Journey zunehmend in den Fokus der einstellenden Betriebe.

Recruiting-Prozesse sind nicht nur zeitintensiv, sondern zusätzlich mit hohen Kosten verbunden. Oftmals dauert es Wochen oder gar Monate bis die passenden Bewerber*innen für die ausgeschriebene Stelle gefunden sind. Lehnen diese Kandidat*innen das Jobangebot dann ab oder ziehen ihre Bewerbungen schon in früheren Phasen der Bewerber Journey zurück, ist das mehr als ärgerlich. Doch warum kommt es überhaupt zu Bewerbungsabbrüchen? Und was können Personalverantwortliche tun, damit Bewerber*innen nicht frühzeitig abspringen? Hier spielt die Candidate Journey eine wichtige Rolle.

 

Candidate Journey: Definition

Die Candidate Journey (dt. Kandidatenreise) beschreibt den Weg zwischen dem ersten Kontaktpunkt bis hin zur Unterzeichnung des Arbeitsvertrages. Anders als bei der Candidate Experience, der Summe an positiven und negativen Erfahrungen, die Bewerbende während des Prozesses sammeln, bezieht sich die Bewerber Journey auf den eigentlichen Prozess aus Sicht der Kandidat*innen.

 

Candidate Journey: Phasen des Bewerbungsprozesses

Je nach Unternehmen und Stellenausschreibung können Bewerber*innen eine Vielzahl an verschiedenen Stationen durchlaufen - mehrstufige Auswahlprozesse sind längst keine Seltenheit mehr. Die Gründe für Bewerbungsabbrüche sind häufig in diesen Candidate Journey Phasen zu finden. Aus Sicht der Kandidat*innen lässt sich der Recruiting-Prozess in folgende sechs Stufen unterteilen.

 

Die sechs Phasen der Candidate JourneyDie Candidate Journey besteht aus sechs Phasen.  Bild © GFOS mbH

 

Candidate Journey Phase 1: Awareness

Die Bewerber Journey beginnt zu dem Zeitpunkt, an dem Jobsuchende auf den Betrieb aufmerksam werden. Abhängig davon, wo Arbeitgebende ihre Stellenanzeigen veröffentlichen, können das verschiedene Kontaktpunkte sein. Der Großteil personalsuchender Unternehmen setzt jedoch auf moderne Karriereportale wie StepStone und Business Netzwerke wie LinkedIn oder Xing. Aber auch persönliche Empfehlungen durch Bekannte oder Bewertungen auf Plattformen wie beispielsweise Kununu können den ersten Touchpoint darstellen.

 

Candidate Journey Phase 2: Interest

Ziel einer jeden Stellenanzeige ist es, das Interesse qualifizierter Fachkräfte auf sich zu ziehen. In dieser Phase der „Reise“ kommt es auf den Inhalt des Angebots an – vielversprechend klingende Jobtitel sind hier längst nicht ausreichend. Welche Aufgaben erwarten die potenziellen Mitarbeitenden? Welche Kompetenzen sind für die Tätigkeit erforderlich? Wer sind die zuständigen Ansprechpartner*innen und wie sind diese zu erreichen? Diese Informationen sollten - ebenso wie die Werte und Kultur des Unternehmens – zielgruppengerecht übermittelt werden. Bestenfalls können Kandidat*innen bereits an dieser Stelle einschätzen, ob das Unternehmen als neue Arbeitsstelle zu ihnen passt oder nicht. Unrealistische Anforderungen und endlose Tätigkeitsbeschreibungen sind hingegen wenig zielführend und können bereits zu Beginn abschrecken. Gleiches gilt für unvollständige Anforderungsprofile – hier ist die Gefahr groß, dass die neuen Teamkolleg*innen mit unvorhergesehenen Aufgaben nicht zurechtkommen.

 

Candidate Journey Phase 3: Desire

Können sich Arbeitsuchende mit den beschriebenen Anforderungen identifizieren und klingen Unternehmen, Aufgabenbereiche und Chancen interessant, beginnt der Abschnitt „Desire“: In dieser Stufe der Candidate Journey werden weitere Informationen über die Stelle und das Unternehmen beschafft. Die erste Anlaufstelle ist hier meist die Unternehmenswebseite. Aber auch der firmeneigene Blog, Google-Ergebnisse, Arbeitgeberbewertungen oder Social Media Auftritte des Betriebs können als Informationsquelle dienen. Hier sollte das Employer Branding darauf abzielen, das Unternehmen auf sämtlichen Kanälen attraktiv darzustellen. Auch persönliche Anfragen der Interessent*innen, ob telefonisch oder per Mail, sollten stets zuvorkommend beantwortet werden – schließlich lassen sich im direkten Kontakt schnell Rückschlüsse darauf ziehen, welches Arbeitsklima man als Teammitglied erwarten kann.

TikTok zieht in den HR-Bereich ein.

Neuer Service von TikTok für Human Resources soll Lebensläufe ersetzen. Bild © Unsplash.com

 

Exkurs: TikTok im HR-Bereich:

Facebook, LinkedIn & Co. sind für den Großteil der Unternehmen schon lange fester Bestandteil der Social Media Strategie. Doch von Zeit zu Zeit erobern immer wieder neue Apps den Markt. So gewinnt auch das soziale Netzwerk TikTok für Human Resources neuerdings an Bedeutung. Allein über Android verzeichnete die App im Jahr 2021 rund 810.000 aktive Nutzer*innen monatlich.
Mit seiner relativ jungen Nutzergruppe bietet TikTok für HR-Abteilungen die Möglichkeit, Nachwuchstalente und Fachkräfte mit einer Berufserfahrung von ein bis fünf Jahren auf eine moderne und zielgruppengerechte Art anzusprechen. Beispielsweise lassen sich bestehende TikTok-Trends auf die Tätigkeitsbereiche, in denen Mitarbeitende gesucht werden, übertragen und Informationen so auf eine humorvolle Art und Weise übermitteln. Hier ist es ratsam, die eigenen Auszubildenen oder andere junge Kolleg*innen einzubeziehen, um TikTok im HR-Bereich zu etablieren.

Natürlich hat auch TikTok das Potenzial für den Recruiting-Prozess erkannt: Mit TikTok Resumes steht ein neuer Service bereit, mit dem Jobsuchende sich mit kreativen Kurzvideos bei Unternehmen bewerben können. Diese sollen vor allem den klassischen Lebenslauf in Schriftform ersetzen und könnte insbesondere in Kreativ-Jobs ein neuer Maßstab werden.

 

Candidate Journey Phase 4: Action

Bleibt der positive Eindruck der ersten Phasen bestehen, reichen die Kandidat*innen ihre Bewerbungsunterlagen ein. Vorzugsweise geschieht dies einfach und bequem per E-Mail oder Online-Formular. In vielen Unternehmen kommt an dieser Stelle bereits eine professionelle Bewerbermanagement Software zum Einsatz. Bietet ein Motivationsschreiben einen Mehrwert oder stellt es eher eine Hürde dar? Welche Anlagen sind für die ausgeschriebene Stelle wirklich relevant? Und wie viel Zeit nimmt die Bewerbung in Anspruch? So viel wie nötig, so wenig wie möglich sollte hier die Faustregel lauten, um keine Bewerbungsabbrüche durch unnötigen Aufwand zu riskieren.

 

Candidate Journey Phase 5: Selection

Die Auswahlphase innerhalb der Candidate Journey umfasst die Schritte vom Eingang der Bewerbung bis hin zur Unterzeichnung des Anstellungsvertrags. Für Personalverantwortliche sollte hier insbesondere die Kommunikation im Vordergrund stehen. In einer optimalen Bewerber Journey halten Unternehmen die Kandidat*innen stets auf dem Laufenden. Persönlich adressierte Eingangsbestätigungen, Statusupdates bei längeren Bearbeitungszeiten sowie begründete Absagen gehören zu den Grundlagen. Einladungen zu persönlichen Vorstellungsgesprächen sollten persönlich per Telefonanruf erfolgen, das eigentliche Gespräch gut strukturiert und vorbereitet sein. Eine offene und freundliche Atmosphäre ist hier für beide Seiten zielführend. Eventuelle Absagen oder Einladungen zu Vertragsverhandlungen sollten im Anschluss zeitnah kommuniziert werden. Bekommen die ausgewählten Kandidat*innen genügend Zeit, den Anstellungsvertrag in Ruhe zu prüfen und mögliche Fragen zu klären, hat dies ebenso einen positiven Einfluss auf die Candidate Journey.

 

Candidate Journey Phase 6: Onboarding

Entscheiden sich Bewerber*innen für Ihr Unternehmen, beginnt das Onboarding. Diese Einstiegsphase so angenehm wie möglich zu gestalten, sollte Ziel eines jeden Unternehmens sein. Eine Mappe oder digitale Sammlung mit allen wichtigen Informationen kann den neuen Kolleg*innen helfen, sich in den ersten Wochen zurecht zu finden. Gilt es einen bestimmten Dresscode einzuhalten? Wo kann ich parken? Welche Benefits kann ich wie in Anspruch nehmen? Solch grundlegende Fragen sollten Sie direkt zu Beginn klären. Unvorbereitete Arbeitsplätze oder fehlende Hilfsmittel für den Einsatz im Homeoffice sind hingegen ein No-Go und lassen die neuen Mitarbeiten gezwungenermaßen unproduktiv in den neuen Job starten.

 

Bewerber Journey mit gfos.Workforce optimieren

Je nach Anzahl der eingehenden Bewerbungen, können HR-Verantwortliche leicht den Überblick verlieren. Welche Bewerbung wurde durch eine Kollegin oder einen Kollegen bereits bearbeitet? Wie lautet der Status? Wurden die Kandidat*innen bereits informiert? Diese und viele weitere Fragen erübrigen sich durch den Einsatz einer professionellen Software für das Bewerbermanagement.
Der gesamte Recruiting-Prozess wird übersichtlich abgebildet. So können sämtliche Bewerbungsunterlagen – ob digital oder in Papierform – im zentralen Datenpool gespeichert werden und die Verantwortlichen haben jederzeit Zugriff auf wichtige Daten. Auf diese Weise behalten sie den Überblick über die Candidate Journey der Bewerber*innen – auch wenn mehre Fachkräfte für die Bearbeitung der eingehenden Bewerbungen verantwortlich sind.

Systemisch definierte Kriterien vereinfachen zudem den Abgleich zwischen dem Anforderungsprofil der ausgeschriebenen Stelle und den Angaben der Bewerbenden. Dank automatischer Vorselektionen werden Personalverantwortliche entlastet und Wartezeiten innerhalb der Bewerber Journey reduziert. Praktische Textbausteine erleichtern zudem die Kommunikation von Statusupdates, Zu- oder Absagen.

Gestalten Sie Ihren Recruiting-Prozess modern und zukunftsfähig und verbessern Sie die Candidate Journey Ihrer Bewerber*innen - mit einer Workforce Management Software schaffen Sie den ersten Schritt in Richtung digitale Transformation und zielgerichtete HR-Prozesse im Unternehmen. Unsere IT-Expert*innen beraten Sie zu den zahlreichen Vorteilen und weiteren Modulen der branchenunabhängigen HR-Softwarelösung. Vereinbaren Sie jetzt einen unverbindlichen Rückruf!

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